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La Dolce Vita trifft auf das Rheinland: Interview mit der Auslandsvertretung Italien zur 44-jährigen Partnerschaft

Die Messe Düsseldorf hat viele Auslandsvertretungen an ihrer Seite und einige davon haben wir euch bereits vorgestellt – zuletzt im April unsere brasilianische Auslandsvertretung. Höchste Zeit, dass ihr einen weiteren Partner der Messe Düsseldorf kennenlernt: Honegger Gaspare S.r.l. Das 15-köpfige Team aus Mailand, Italien, steht uns nun schon seit 44 Jahren tatkräftig zur Seite und viele der Mitarbeiter gehören bereits seit über 25 Jahren zum Team.

Wir haben Armando Honegger, dem CEO der italienischen Auslandsvertretung, zu diesem besonderen Anlass ein paar Fragen gestellt.

„Zufriedene Kunden sind unbezahlbar“

Wie sieht denn so ein typischer Arbeitstag in der italienischen Auslandsvertretung aus? Was sind Ihre Aufgaben und womit beschäftigen Sie sich am liebsten?

Armando Honegger
Armando Honegger hat uns anlässlich der 44-jährigen Zusammenarbeit seiner Auslandsvertretung mit der Messe Düsseldorf ein Interview gegeben.

Ein typischer Arbeitstag besteht für uns vor allem aus Networking, Vertrieb und Kundenservice. An einem regulären Tag im Büro stehen also zahlreiche Anrufe und E-Mails auf unserer To-do-Liste, aber natürlich auch die Organisation von Veranstaltungen. Zudem sind wir normalerweise auch auf verschiedenen Veranstaltungen  unterwegs, um unsere Kunden persönlich zu treffen. Wir legen viel Wert auf menschlichen und persönlichen Kontakt, um so die Bedürfnisse des Einzelnen besser verstehen zu können und jeden Kunden auf seinem Weg bis zur Teilnahme an einer Messe zu begleiten. Der schönste Teil unserer Arbeit sind die Beziehungen zu unseren Kunden und der Moment, wenn das, worauf wir monate- und mitunter sogar jahrelang hingearbeitet haben, endlich Gestalt annimmt. Eine Messe zu promoten oder einen Messe-Auftritt zu organisieren ist nicht immer einfach, aber wenn die Kunden am Ende zufrieden sind und ihre Wertschätzung ausdrücken, ist das unbezahlbar!

In Anbetracht von COVID-19 ist es aktuell leider etwas schwieriger, persönliche Beziehungen zu pflegen. Aber obwohl es wichtig ist, auf Distanz zu gehen, brauchen wir „physical distancing“ und kein „social distancing“. Wie bleiben Sie gerade jetzt mit italienischen Besuchern und Ausstellern in Kontakt? Merken Sie generell viele Unterschiede zur Zeit „davor“?

Zwangsläufig bemerken wir viele Unterschiede zwischen der Zeit vor COVID-19 und dem, was uns jetzt gegenübersteht. Es ist notwendig körperliche Distanz zu wahren und trotzdem sozialen Kontakt zu den Kunden zu behalten, aber momentan  hat sich in Unternehmen die Angst vor einer möglichen Ansteckung verbreitet. Wir sind jedoch zuversichtlich, dass sich das Messegeschäft allmählich erholen wird – wenn auch auf andere Weise und mit neu aufgestellten  Regeln. Denn das menschliche Bedürfnis nach sozialen Kontakten kann nicht aufgehalten werden.

Und wie hat sich Ihre Arbeit davon abgesehen in den letzten vier Jahrzehnten gewandelt?

Die Arbeit während der letzten Jahrzehnte hat sich verändert, sie ist sogar etwas komplizierter geworden. Verglichen mit unseren Anfängen bekommen wir heute viel mehr Anfragen und auch die Anzahl der Kunden, die z. B. bei der (Online-)Registrierung Unterstützung benötigen, ist deutlich gestiegen. Kunden melden sich aber natürlich weiterhin auch für einfache Ratschläge bei uns, z. B. wenn es darum geht, wie sie an einer Messe teilnehmen können oder sich dort zurecht finden sollen.

Machen sich in der Zusammenarbeit kulturelle Unterschiede bemerkbar? Was meinen Sie: Wo könnten wir Deutschen noch etwas italienisches „Dolce Vita“ gebrauchen und wo kann sich Italien noch was von uns abgucken?

Die Messe hat eine sehr komplexe Organisationsstruktur, die eine gewisse Starrheit in manchen Prozessen und Abläufen mit sich bringt. Das stellt uns Italiener hin und wieder vor Herausforderungen, auf der anderen Seite fällt es uns dank unserer Flexibilität und Kreativität manchmal etwas leichter, uns neuen Situationen anzupassen. Dafür sollten unsere Landsleute sich ein Beispiel an der „deutschen Pünktlichkeit“ nehmen, z. B. bei Anmeldefristen für Großveranstaltungen wie Messen. Trotzdem ist Italien nicht nur das Land des „Dolce Vita“, sondern zeichnet sich auch durch Produktivität sowie hohe Technologiestandards und Qualität aus. Das macht uns auch zum wichtigsten ausländischen Kunden der Messe Düsseldorf.

„Unsere Kunden können sich sicher sein, dass ihre Erwartungen in Düsseldorf erfüllt werden“

Wo wir gerade beim Thema sind: Welche Rolle spielt der italienische Markt generell für die Messe Düsseldorf? Welche Branchen und damit Messen sind besonders interessant für Italien?

Italien ist einer der wichtigsten Kunden  für die Messe Düsseldorf – sowohl in Bezug auf die bei Veranstaltungen belegten Quadratmeter als auch auf den Umsatz. Außerdem gilt die Herkunftsbezeichnung „Made in Italy“ in vielen verschiedenen Branchen als wichtiges Gütesiegel. Aus diesem Grund bringen wir viele Aussteller aus Italien zu den Düsseldorfer Messen. Gemessen an  verkauften Quadratmetern würde ich sagen, dass die interpack für uns die wichtigste Veranstaltung ist; während die ProWein mit Blick auf die Anzahl der teilnehmenden Aussteller die von italienischen Unternehmen am stärksten besuchte Messe ist.

Sie haben es gerade schon angerissen: Italien gehört bei vielen Messen in Düsseldorf nicht nur zu den Top-10-Herkunftsländern unserer Aussteller, sondern auch unserer Besucher. Wieso kommen die Italiener gerne zu uns an den Rhein?

Die Messe Düsseldorf organisiert viele Veranstaltungen auf der ganzen Welt, die aus italienischer Sicht an der Spitze der jeweiligen Branchenevents stehen. Das liegt daran, dass die Qualität der Veranstaltungen sehr hoch ist und italienische Unternehmen die Gelegenheit gerne nutzen, um dort ihre internationalen Mitbewerber im Auge zu behalten. Unsere Kunden können sicher sein, dass ihre geschäftlichen Erwartungen in Düsseldorf erfüllt werden. Das Gleiche gilt aber natürlich auch für die weltweiten Satellitenveranstaltungen der Messe Düsseldorf.

Die meisten dieser Messen mussten dieses Jahr allerdings leider verschoben werden – und wir vermissen den Trubel der Messezeit sehr! Worauf freuen Sie sich schon am meisten, wenn es endlich wieder für eine Messe nach Düsseldorf geht?

Wir freuen uns schon darauf, zum trubeligen Messe-Alltag zurückzukehren – natürlich unter Berücksichtigung der neuen Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften, die den aktuellen Umständen geschuldet sind.

Wir sind uns bewusst, dass nichts mehr so sein wird wie früher und wir nicht  einfach an die alte Normalität anknüpfen können. Trotzdem sind wir zuversichtlich, dass es eine neue Normalität geben wird, in der wir uns wieder in Ruhe treffen können.

Grazie mille für das freundliche Interview und noch einmal congratulazioni per l’anniversario, Armando Honegger. Auf die nächsten 44 Jahre Zusammenarbeit zwischen Italien und Düsseldorf!

Wenn ihr noch mehr über unsere Auslandsvertretungen erfahren wollt, schreibt uns doch gerne in die Kommentare, in welchem Land wir als nächstes vorbeischauen sollen!

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Kirsten Schauerte
Senior Manager Corporate Communications bei der Messe Düsseldorf GmbH