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Nachgefragt: Wie klappt’s mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf?

„Ich fühle mich von der Messe Düsseldorf gut unterstützt“: Als Arbeitgeber, der die Verantwortung gegenüber seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ernst nimmt, machen uns solche Worte besonders glücklich. Denn es liegt uns am Herzen, möglichst gute Bedingungen für den Arbeitsalltag unserer Mitarbeiter zu schaffen, sei es hinsichtlich gesundheitlicher Aspekte oder der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das reicht von barrierefrei gestalteten Arbeitsplätzen über ein breitgefächertes, gesundes Angebot in der Kantine bis hin zur Möglichkeit, nach Absprache Homeoffice-Tage einzulegen. Um euch beispielhaft zu zeigen, wie genau wir die Work-Life-Balance unterstützen, haben wir mit einigen Eltern aus dem Team gesprochen.

„Die Eingewöhnungszeit war kurz und reibungslos“

Unsere Interviewpartner (natürlich mit Abstand interviewt) sind:

  • Nina Wellbrock (NW), Senior Social Media Managerin, seit sieben Jahren für die Messe Düsseldorf tätig und Mutter eines 18 Monate alten Sohnes.
  • Andrea Eppert (AE), Senior Managerin Corporate Communications, schon seit 14(!) Jahren bei uns und Mutter eines 8-jährigen Sohnes und einer 5-jährigen Tochter.
  • Jan Korreck (JK), Senior Marketing Manager in der Abteilung Marketing Services, seit vier Jahren unser Kollege und Vater von zwei Töchtern. (7 und 2,5 Jahre alt)
  • Hannes Niemann (HN), Director/Global Head für BEAUTY/TOP HAIR und REHACARE, seit 2010 bei der Messe Düsseldorf und Vater von 15 Monate alten Zwillingen.

Mittlerweile sind alle nach ihrer Elternzeit wieder zurück an ihrem Arbeitsplatz und deshalb lautet unsere erste Frage an sie:

Wie war es, nach einer längeren Pause wieder zurück ins Arbeitsleben zu kommen?

NW: Tatsächlich war es eine Mischung aus Vorfreude und Respekt. Durch mein Aufgabengebiet stand ich auch in der Elternzeit immer mal wieder mit dem Unternehmen in Kontakt, sodass mir das eine Jahr ohne Arbeit gar nicht so vorgekommen ist, als wäre ich richtig weg gewesen. Andererseits hat sich mit der Geburt meines Sohnes mein Leben komplett verändert, sodass ich doch Respekt davor hatte, wie es sich mit Kleinkind nach einem Jahr Pause wohl arbeiten lässt. Während meiner Abwesenheit ist glücklicherweise eine neue Kollegin für den Bereich Social Media eingestellt worden, sodass ich direkt eine Anlaufstelle hatte, die mich auf den neusten Stand brachte.

AE: Obwohl meine Pause ja wirklich sehr lang war und ich zwischendurch gar nicht gearbeitet habe, war die Eingewöhnungszeit erstaunlich kurz und reibungslos. Ich habe zwar die Abteilung gewechselt, sitze aber noch auf dem gleichen Flur wie vorher, kannte meine neuen Kollegen vorher schon und habe die alten auch nach der Elternzeit täglich wiedergesehen. Der Spruch, „als wäre ich nie weg gewesen“ stimmte bei mir tatsächlich, auch weil sich technisch nicht so viel getan hatte, sodass ich es mir schnell aneignen konnte. In Berufen, in denen sich die Arbeitsmittel und -prozesse schneller verändern, sehr technischen Branchen beispielsweise, stelle ich mir das schwieriger vor.

JK: Meine Frau und ich haben das Modell Elterngeld Plus gewählt, das Teilzeitmodell. So war es uns möglich, die Arbeitswoche unter uns aufzuteilen und ich hatte die Möglichkeit, mich um die Familie zu kümmern und weiterhin mitten im Geschehen des Berufes zu bleiben. Zudem erleichterte meiner Frau dies den Wiedereinstieg ins Berufsleben und auch die Kindergarteneingewöhnung war so einfacher zu bewältigen.

 

HN: Bei mir waren es zwei Monate Elternzeit, die ich verteilt genommen habe. Von daher ging der Monat jeweils schnell rum und mit digitalen Lösungen bleibt man ja immer up to date. Deshalb war es nichts Besonderes, zurück ins Büro zu kommen, wohingegen es ganz neu war, dass die beiden Kleinen gemeckert haben, wenn ich morgens gegangen bin.
Erstaunlich, dass sich ganz unabhängig von der Länge der jeweiligen Pause alle darüber einig sind, dass der Wiedereinstieg gut funktioniert hat, oder? Aber auch bei unserer nächsten Frage stimmen alle überein.

Ist es heutzutage noch schwer, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen?

Leider ja! „Zwar sind die öffentlichen Betreuungsangebote insgesamt besser geworden, aber immer noch nicht ausreichend für alle“, sagt Nina Wellbrock. Jan Korreck ergänzt, dass eine konstante Betreuung ohne die Unterstützung von Großeltern oft leider kaum möglich sei. Das bestätigt auch Andrea Eppert: „Weil es nicht genug und im ländlichen Raum teilweise sogar gar keine Plätze gibt, ist es manchen Eltern leider fast unmöglich, länger oder überhaupt zu arbeiten, außer sie haben Großeltern oder andere privat organisierte Hilfe.“ Das Gute ist jedoch, „dass die Messe einen dabei gut unterstützt und dass dank Homeoffice und mobilem Arbeiten mit Laptop, Handy und Co. einige Hürden wieder ausgeglichen werden können“, wie Hannes Niemann berichtet.

Von einem Gefühl der Sicherheit und weiteren Qualitätsmerkmalen

Das führt uns auch schon zu unserer nächsten Frage: Ist es wichtig, dass Sie vom Arbeitgeber dabei unterstützt werden?

Auch diese Frage können die Vier mit einem klaren „Ja!“ beantworten. Gerade auch, weil es keine perfekten Betreuungsangebote und auch noch weitere Herausforderungen gibt, ist es umso wichtiger und wertschätzender, dass die Messe Düsseldorf als Arbeitgeber ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entgegenkommt.

„Das ist sehr wichtig, weil selbst mit organisierter Betreuung viel Flexibilität gefragt ist: Von den Eltern, aber auch von den Arbeitgebern. Es ist deshalb essenziell, dass beim Arbeitgeber ein Grundverständnis für die Bedürfnisse von Familien vorhanden ist“, sagt Andrea Eppert. Für Nina Wellbrock geht es sogar noch ein Stück weiter, denn „es geht nicht nur darum, dass der Arbeitgeber generell Angebote für flexibles Arbeiten schafft, indem er z. B. Teilzeit oder Homeoffice ermöglicht. Sondern es geht vor allem auch um die mentale Unterstützung. Die Stimmung bzw. Atmosphäre in der Firma, die man als Mutter oder Vater spürt, wenn man leider doch mal eher weg muss oder ein Telefonat verpasst, weil das Kind plötzlich krank ist.“ Auch Hannes Niemann fühlt sich durch die Messe optimal unterstützt, weil ihm das Wissen, flexibel reagieren zu können, wenn privat etwas umorganisiert werden muss, ein Gefühl der Sicherheit vermittelt. Für Jan Korreck ist es darüber hinaus ein generelles Qualitätsmerkmal für einen Arbeitgeber, wenn dieser Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den verschiedenen Phasen des Lebens zur Seite steht.

Wie genau? Wir haben unsere Kollegen gefragt: Welche Angebote der Messe haben Sie wahrgenommen bzw. nehmen Sie wahr?

Nina Wellbrock und Jan Korreck heben besonders hervor, dass sie ihre Elternzeit komplett im Homeoffice verbringen und so den Spagat zwischen Arbeit und Elternsein schaffen konnten. Vor allem, da beide nicht unmittelbar in Düsseldorf leben, sparen sie sich viel Fahrzeit und Stress. Auch Hannes Niemann und Andrea Eppert sind froh über die Flexibilität, die die Messe Düsseldorf ermöglicht und verweisen auf die vielen Angebote wie beispielsweise, dass Eltern über die Messe einen Kitaplatz beantragen können oder, dass der hauseigene Familienservice Ferienprogramme und Notfallbetreuungen anbietet.

Und gerade durch die Verbreitung des Corona-Virus und das damit verbundene Physical Distancing hat das Homeoffice aktuell eine ganz neue Bedeutung gewonnen, sodass uns interessiert, ob unsere Kollegen mittlerweile anders über die Möglichkeit denken, von zu Hause zu arbeiten.
Unabhängig von der aktuellen Krise ist sich Nina Wellbrock sicher, dass Mitarbeiter, die im Büro einen guten und zuverlässigen Job machen, diesen auch im Homeoffice machen. Derzeit ist aber der ideale Zeitpunkt zu schauen, ob das wirklich schon gut funktioniert. Ihre Einschätzung: Die Messe Düsseldorf kann ihren Mitarbeitern vertrauen. „Das liegt vor allem auch daran, dass die Messe schon vor Jahren die entsprechenden Strukturen investiert und diese aufgebaut hat“, so Hannes Niemann.

Trotz der Flexibilität seitens des Arbeitgebers gibt es natürlich auf Grund der Situation Veränderungen im Vergleich zum bisherigen Homeoffice, weiß auch Jan Korreck: „Der kleinen Tochter wird nach zwanzig Minuten der Kaffeeklatsch mit den Puppen dann doch zu langweilig und zur Not kommt sie dann bei einer Videokonferenz auf den Schoß. ‚Home-Schooling‘ der Großen kommt hinzu. Bringt eurem Kind mal das Einmaleins bei, wenn gerade draußen die Sonne scheint.“ Davon kann auch Andrea Eppert ein Lied singen: „Es ist nicht so einfach, mit Kindern zu Hause konzentriert zu arbeiten, je kleiner oder betreuungsintensiver (krank) sie sind, desto schwieriger. Die aktuelle Situation bestätigt das – für uns ist es momentan nur zu stemmen, weil auch mein Mann zu Hause ist und wir uns abwechseln können.“ Aber immerhin, so Andrea Eppert weiter, habe die Krise ein Bewusstsein für diese alltäglichen Probleme von berufstätigen Eltern geschaffen. Hoffen wir, dass sich das in Zukunft positiv auswirkt.

„Wer Kinder hat, lernt viel über Teamarbeit und Führung.“

Doch nicht nur Corona, sondern auch der Nachwuchs stellt Privatleben und Arbeitsalltag komplett auf den Kopf. Ist aber gerade das nicht vielleicht sogar eine Chance, mit neuen Kompetenzen zu glänzen? Wir wollten wissen: Was nehmen Sie von Ihrem Alltag als Elternteil mit ins Arbeitsleben?

NW: Schon vor der Geburt meines Sohnes konnte ich relativ gut „Multitasking“ betreiben. Vor allem als Social Media Managerin war das bereits eine hilfreiche Eigenschaft. Häufig müssen dort mehrere Themen für unterschiedliche Kanäle gleichzeitig aufbereitet werden oder während eines Telefonats meldet sich plötzlich Facebook mit einer neuen Nachricht eines Kunden, die schnell beantwortet werden muss. Daher konnte ich auch mit Baby schon gut mehrere Dinge gleichzeitig im Blick behalten, und mich dementsprechend organisieren. Neu gelernt habe ich als Mutter auf jeden Fall, dass wirklich nichts vorhersehbar ist und gute Nerven unverzichtbar sind. Ein Kind hilft einem dabei, Dinge neu zu bewerten und zu priorisieren, nachdem man erstmal tief durchgeatmet hat. 😉

AE: Ich bin grundsätzlich ein sehr strukturierter, gut organisierter Mensch. Das hilft in beiden Welten. 😉 Aber der Umgang mit Kindern hat mir nochmal gezeigt, wie wichtig klare Kommunikation ist. Klare Ansagen und Absprachen erleichtern sowohl den Familienalltag als auch das Berufsleben ungemein. Wer macht was? Was erwarte ich bis wann von meinem Gegenüber? Wer Kinder hat, lernt viel über Teamarbeit und Führung.

JK: Ich glaube, man lernt sich in vielen Dingen nicht so schnell aus der Ruhe bringen zu lassen. Das habe ich bei mir selbst beim zweiten Kind beobachtet. Beim ersten Kind sprang man bei sprichwörtlich jedem Pups auf und ist in Panik verfallen oder hat applaudiert. Das färbt auch auf den Beruf ab. Man lernt Prioritäten klarer einzuordnen und man fühlt sich in stürmischen Zeiten besser aufgestellt. Man(n) wächst mit den Aufgaben und der Spruch „das kann ich nicht“ ist kompletter Blödsinn, denn man muss es einfach mal machen.

HN: Ich lerne zu Hause Geduld und Nervenstärke. Ansonsten war es eher umgekehrt, dass ich das „Organisieren und Planen“, das bei der Messe einen Großteil meiner Arbeit einnimmt, in den Start in das Leben mit Zwillingen einbringen konnte.

Wir sind uns sicher, da gibt es doch bestimmt noch eine Menge mehr Ratschläge, die unsere Kollegen in petto haben! Deshalb haben wir nachgehakt, welche Tipps sie werdenden Eltern mit auf den Weg geben würden.
First things first! „Informiert euch genau über die gesetzlichen Rahmenbedingungen und die individuellen Möglichkeiten bei eurem Arbeitgeber. Sprecht mit möglichst vielen Eltern, um verschiedene Modelle kennen zu lernen. Überlegt dann sorgfältig, was euch wichtig ist.“ Andrea Eppert rät zu einer soliden Planung sowohl auf der Arbeit als auch im Privaten zusammen mit dem Partner bzw. der Partnerin. Da kann Nina Wellbrock nur zustimmen: „Sich vorab ausreichend zu informieren ist das A und O! Niemand hat kurz nach der Geburt des Babys Zeit und Lust, sich mit bürokratischen Hürden zu befassen.“ „Und immer genug Puffer einbauen“, ergänzt Hannes Niemann. „Denn am Ende ist doch alles anders, als man es sich vorgestellt hat.“ Und trotz aller Planung und Vorbereitung darf natürlich das Emotionale nicht zu kurz kommen. „Nehmt euch die Zeit für Familie. Diese wunderbaren Momente und die Zeit können einem keiner mehr nachträglich geben.“ Da hat Jan Korreck absolut recht!
Nina Wellbrock hat noch einen Bonus-Tipp: „Kümmert euch so früh wie möglich um eine gute Hebamme, die ist heutzutage leider noch schwieriger zu bekommen als ein guter Betreuungsplatz.“

Vielen Dank an unsere Kolleginnen und Kollegen für diese interessanten und persönlichen Einblicke! Und was ist mit euch? Welche Erfahrungen habt ihr mit dem Thema Vereinbarung von Familie und Beruf gemacht und welche Angebote würdet ihr euch noch wünschen?

1 Kommentar

  1. Liebe Kolleginnen und Kollegen, als „Pionierin“ des Home-Offices in der Elternzeit kann ich nur sagen, dass die langjährige Erfahrung in der Elternzeit mit vier Kindern mir auch jetzt eine Planungssicherheit und Strukturierung des Arbeitstages ermöglicht. Vor 22 Jahren musste mir noch ein fester PC und ein Telefonanschluss installiert werden, trotz allem funktionierte auch dies, dank der tollen Kollegen aus der IT, damals einwandfrei. Vor 20 Jahren war es dann möglich, neue Aufgabenfelder wie die redaktionelle Entwicklung von Websites ebenfalls vom Homeoffice aus zu betreuen.

    Heute sitzt nur noch unser Jüngster (13) und in der 8. Klasse im Homeschooling neben mir. Der mich, wenn ich mal wieder ins Schreiben versunken bin, rechtzeitig daran erinnert: „Du hast doch jetzt Telko, Mama!“ Meinem, inzwischen doch so großen Nesthaken, und mir gefällt das gemeinsame Arbeiten jedenfalls sehr. Wenn er seine Videokonferenz mit seiner Klasse hat, muss ich genauso leise sein, wie wenn ich mit Kollegen und Partnern telefonisch konferiere. Durch unser gemeinsames Homeoffice entwickelt sich eine wunderbare gegenseitige Toleranz und Verständnis für das, was unsere Aufgaben sind. Times are changing, but family sticks together 🙂

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Nora Guth
Senior Marketing Manager bei Messe Düsseldorf GmbH